Dr. Gerd Müller - Dr. Hendrik Kröning
PD Dr. Kathleen Jentsch-Ullrich - Dr. Dagmar Tietze
Dr. Christian Krogel

Was bedeutet eigentlich Supportivtherapie?

Tumorpatienten kennen das: Nicht nur die Krebserkrankung selbst, sondern auch ihre Behandlung mit wirksamen Therapien kann schwerwiegende Folgen haben. Vom Durchfall über Hautrötungen bis hin zu bleibenden Herzschäden. Neben der eigentlichen Behandlung der Krankheit kümmern wir uns deshalb zusätzlich um unterstützende Maßnahmen (Supportivtherapie), mit denen sich belastende Symptome verhindern oder abmildern lassen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema haben wir für unsere Leser hier zusammengestellt

Stand der Information: September 2013

Wie können Sie mich als Patienten mit der Supportivtherapie unterstützen?
Das hängt von Ihren konkreten Beschwerden ab. Alle Maßnahmen haben das Ziel, die Erkrankung möglichst wirksam – deshalb manchmal auch sehr aggressiv – zu bekämpfen. Ein Beispiel: Wenn eine Tumortherapie bekanntermaßen sehr schnell zu Übelkeit und Erbrechen führt, behandeln wir Sie parallel oder oft auch vorbeugend mit einem geeigneten Medikament.

Und das wirkt?
Uns steht heute eine ganze Reihe unterschiedlicher Medikamente zur Verfügung, mit denen wir solche Beschwerden in den Griff bekommen. Nicht jede Therapie führt übrigens im selben Maß zur Übelkeit. Die Medikation passen wir dem Nebenwirkungsrisiko des jeweiligen Medikaments an.

Lassen sich auch andere unerwünschte Nebenwirkungen, die durch Chemotherapeutika verursacht werden, so effektiv behandeln?
Ja. Krebspatienten leiden manchmal unter einer sogenannten Anämie, einer Blutarmut. Das heißt, die Menge der für den Sauerstofftransport wichtigen roten Blutkörperchen im Blut ist unter eine Mindestgrenze abgesunken.Bestimmte Substanzen verstärken die Anämie, und weil die Zellen des Organismus nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, kommt es zunächst zu Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Unbehandelt kann eine Anämie lebensbedrohlich werden. Als unterstützende Maßnahmen kommen sowohl bestimmte Medikamente zur Förderung der Blutbildung wie auch Bluttransfusionen in Frage. Verhindert hingegen ein Eisenmangel die Bindung von Sauerstoff in den roten Blutkörperchen, sind manchmal Eiseninfusionen notwendig, wenn das Eisen aus Tabletten nicht ausreichend aufgenommen wird.

Lassen sich auch andere unerwünschte Nebenwirkungen, die durch Chemotherapeutika verursacht werden, so effektiv behandeln?
Ja. Krebspatienten leiden manchmal unter einer sogenannten Anämie, einer Blutarmut. Das heißt, die Menge der für den Sauerstofftransport wichtigen roten Blutkörperchen im Blut ist unter eine Mindestgrenze abgesunken. Bestimmte Substanzen verstärken die Anämie, und weil die Zellen des Organismus nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, kommt es zunächst zu Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Unbehandelt kann eine Anämie lebensbedrohlich werden. Als unterstützende Maßnahmen kommen sowohl bestimmte Medikamente zur Förderung der Blutbildung wie auch Bluttransfusionen in Frage. Verhindert hingegen ein Eisenmangel die Bindung von Sauerstoff in den roten Blutkörperchen, sind manchmal Eiseninfusionen notwendig, wenn das Eisen aus Tabletten nicht ausreichend aufgenommen wird.

Kann eine Tumortherapie auch die Bildung von weißen Blutkörperchen beeinträchtigen?
Dies ist eine bekannte Nebenwirkung, besonders wenn bestimmte Therapeutika in kurzem zeitlichem Abstand gegeben werden. In der Folge kann die Immunabwehr des Patienten geschwächt werden, und es kann zu Infektionen kommen. Das ist der Grund, warum man während der Therapie Infektionsrisiken - Besuch öffentlicher Veranstaltungen, öffentlicher Nahverkehr etc. – meiden sollte. In manchen Fällen ist die medikamentöse Ankurbelung der Blutkörperchenproduktion notwendig.

Was tun Sie, wenn für ein bestimmtes Symptom kein wirksames Medikament zur Verfügung steht?
Wir versuchen immer, es erst gar nicht zur Ausbildung von Symptomen kommen zu lassen. Vorbeugend kann man auch bei solchen Beschwerden eine Menge tun, die, wenn einmal aufgetreten, nur schwer behandelbar sind. Ein Beispiel dafür ist die chronische Entzündung der Schleimhäute. Bereits vor der Behandlung mit einschlägigen Chemotherapeutika empfehlen wir deshalb eine sorgfäl tige Mundhygiene mit mehrmals täglichen Mundspülungen. Scharfe Gewürze und schleimhautreizende Speisen sind in dieser Zeit tabu. Wenn die Mundschleimhäute trotzdem entzündet sind, kann man mit Kamillentee, in schwereren Fällen auch mit schmerzlindernden Zubereitungen, spülen. Bei Entzündung von Schleimhäuten im Genitalbereich hat sich auch die mehrmals tägliche Pflege mit kalt gepresstem Olivenöl bewährt.

Das hört sich ja jetzt schon nach alternativer Medizin an.
Ich würde eher von komplementären, also ergänzenden Verfahren reden, die in der Tat auch unterstützend wirken können. Yoga, Meditation und eine Anpassung des Lebensstils können in hohem Maße supportiv, also unterstützend wirken und so mit dazu beitragen, dass der Tumor auch mit aggressiven Behandlungsverfahren bekämpft werden kann.

Aber die Supportivtherapie ist nicht gleichzusetzen mit der Komplementärtherapie?
Nein, überhaupt nicht. Die Supportivtherapie bedient sich auch komplementärmedizi - nischer Verfahren, allerdings nur, wenn ihre Wirkung nachgewiesen ist.