Fragen und Antworten
Die Frage, welchen Einfluss die Ernährung auf Krebs hat, wird deshalb in allen Medien immer wieder diskutiert. Wir haben Ihnen die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema zusammengestellt. Als Quellen haben wir Informationen der deutschen und der US-amerikanischen Krebsgesellschaft genutzt.
Schützen Vitaminpräparate vor Krebs?
Tatsächlich wurde diese Frage bis etwa 2005 mit einem vorsichtigen „Ja“ beantwortet. In den Jahren 2006 und 2007 haben aber mehrere Studien gezeigt, dass Vitamin- und Mineralstoffpräparate – so praktisch sie auch sein mögen – nicht vor Krebs schützen und auch als ergänzende Krebstherapie nicht die erhoffte Wirkung haben. Vitamin- oder Mineralstoffpräparate sind immer nur dann wirksam, wenn ein Mangel tatsächlich nachgewiesen ist. Die werden dann allerdings ärztlich verordnet – wie beispielsweise Jod-Präparate zur Vorbeugung von Schilddrüsenerkrankungen. Natürlich braucht auch ein Krebspatient Vitamine und Mineralstoffe. Als Quelle für diese Nährstoffe sind aber frisches Obst und Gemüse nicht zu übertreffen. Die Empfehlung „fünfmal am Tag eine Obst- oder Gemüseportion“ gilt auch für Krebspatienten. Bei Kau- oder Schluckbeschwerden kann es sinnvoll sein, das Obst oder Gemüse zu pürieren. Falls notwendig, verordnet der Arzt auch speziell hergestellte Trinknahrung (Astronautenkost).
Inwieweit beeinflusst die Fleischzubereitung das Krebsrisiko?
Kochen ist wichtig, um schädliche Keime in rohem Fleisch zu vernichten. Allerdings können beim Braten, Frittieren oder Grillen wegen der sehr hohen Temperaturen chemische Substanzen entstehen, die das Krebsrisiko erhöhen – in welchem Umfang ist allerdings nicht bekannt. Unbestritten ist aber, dass sich beim Garen mit niedrigeren Temperaturen weniger dieser Substanzen entwickeln. Zubereitungsarten wie Schmoren, Dünsten, Pochieren (Garen in heißem, aber nicht kochendem Wasser) sind deshalb zu bevorzugen, ebenso wie das Erhitzen in der Mikrowelle.
Kann Fleischkonsum das Krebswachstum fördern?
Ja, das kann der Fall sein. In erster Linie handelt es sich dabei um ein Mengenproblem. Ernährungsexperten empfehlen, nicht mehr als 180 bis 200 Gramm Fleisch pro Woche zu verzehren. So lässt sich die Vitamin-, Protein- und Eisenversorgung über den Fleischkonsum sichern. Auch rotes Fleisch (Rind-, Schweine- und Lammfleisch) ist in Maßen genossen unbedenklich. Wer mehr Fleisch essen möchte, sollte eher weißes Fleisch (Geflügel) zu sich nehmen. Verarbeitetes Fleisch – also Wurstwaren, gekochter und geräucherter Schinken, Salami sowie Fleischzubereitungen in Fertiggerichten – sollte ebenfalls nur sehr maßvoll genossen werden.
Können Soja-Produkte das Krebsrisiko senken?
Soja-Nahrungsmittel sind eine exzellente Proteinquelle und gegebenenfalls eine gute Fleischalternative. Einige Soja-Inhaltsstoffe entfalten eine schwache Östrogen-Aktivität, und im Tierversuch ließ sich ein gewisser Schutz gegen hormonabhängige Tumoren nachweisen. Allerdings kann übermäßiger Sojaverzehr genau aus diesem Grund möglicherweise das Risiko für Östrogen-abhängige Tumoren erhöhen. Brustkrebs- oder Endometriumkrebs-Patientinnen sollten daher mit Soja sparsam umgehen. Der Nutzen von Sojapillen oder -pulvern ist nicht nachgewiesen.
Beeinflusst Olivenöl das Krebsrisiko?
Olivenöl enthält einfach ungesättigte Fettsäuren, und es gilt als unverzichtbarer Bestandteil einer mediterranen Ernährung. Diese senkt nach Ansicht der meisten Forscher das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein Einfluss auf das Krebsrisiko ist bisher nicht eindeutig nachgewiesen. Möglicherweise ist es aber in der Lage, sogenannte Oxidationsschäden an der Erbsubstanz zu vermindern. Solche Schädigungen der Erbsubstanz gelten als krebsbegünstigend. Fazit: Kalt gepresstes Olivenöl sollte Bestandteil einer gesunden Vollwerternährung sein.
Welche Unterschiede bestehen hinsichtlich des Nährstoffgehaltes von frischem, gefrorenem oder in Dosen konserviertem Obst und Gemüse?
Frisches Obst und Gemüse ist gemeinhin besonders nährstoffreich. Das gilt allerdings nur, wenn die Früchte reif geerntet wurden. Aus diesem Grund sollte man saisonales Obst und Gemüse aus der näheren Umgebung bevorzugen. Obst und Gemüse aus der Tiefkühltruhe sind ebenfalls sehr nährstoffreich. Konserven enthalten weniger hitzeempfindliche und wasserlösliche Nährstoffe, weil sie während des Herstellungsprozesses hoch erhitzt werden. Fruchtkonserven enthalten meist stark gezuckerten Sirup, Dosengemüse kann sehr salzhaltig sein.