Mammographie-Screening
Mammographie bedeutet wörtlich übersetzt „Brustdarstellung“.
Es handelt sich um ein spezielles Röntgenverfahren, das unter Experten als wirkungsvollste Untersuchung zur Früherkennung bösartiger Brusttumoren gilt. Diese durch Studien gut belegte Einschätzung veranlasste letztlich auch den Gesetzgeber zur Einführung des Mammographie-Screenings.
Was Kritiker meinen
Kritiker der Reihenuntersuchungen führen häufig ins Feld, dass das Ergebnis solcher Untersuchungen den immensen Aufwand nicht rechtfertige. Von 1.000 nicht mammographierten Frauen sterben im Verlauf von zehn Jahren durchschnittlich acht Frauen an Brustkrebs. Unter 1.000 regelmäßig mammographierten Frauen fordert der Brustkrebs im selben Zeitraum aber immer noch sechs Todesopfer.
Diese Zahlen stimmen auf den ersten Blick nachdenklich. Allerdings beschränkt sich der Nutzen des Mammographie-Screenings nicht auf die Rettung von zwei Leben pro 1.000 Frauen. Wenn im Rahmen der Untersuchung ein Brustkrebs entdeckt worden ist, sind die Erfolgsaussichten der Behandlung besser als bei solchen Patientinnen, deren Karzinom eher zufällig mit einer anderen Methode entdeckt wurde. Das zeigt eine im September 2004 veröffentlichte finnische Studie eindeutig.
Qualitätssicherung ist gefragt
Voraussetzung ist allerdings, dass die Mammographien mit gleich bleibend hoher Qualität durchgeführt werden. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber für Ärzte beziehungsweise Untersuchungszentren, die an diesem Programm teilnehmen wollen, eine hohe Hürde errichtet: Beispielsweise dürfen nur solche Fachärzte die Reihenuntersuchungen vornehmen, die pro Jahr die Mammographie-Aufnahmen von mindestens 3.000 Frauen auswerten. Das ist einer der Gründe dafür, warum das Screening noch nicht flächendeckend angeboten wird. Spätestens bis 2007 werden jedoch 86 Screeningzentren in Betrieb sein.
Strahlenbelastung gesenkt
Viele Frauen fürchten die angeblich hohe Strahlenbelastung der Untersuchung. Dank der fortschreitenden technischen Entwicklung konnte sie in den letzten Jahren um etwa 50 Prozent gesenkt werden und schlägt heute mit etwa einem Zehntel der natürlichen Strahlenbelastung in der Umwelt zu Buche.
Bleibt noch das in der Tat nicht angenehme „Einklemmen“ der Brust bei jeder der vier notwendigen Aufnahmen. Diese Kompression der Brust ist leider nach wie vor notwendig, um die bestmögliche Bildqualität zu erreichen.
Wer darf teilnehmen?
Eines vorweg: Das Mammographie-Screening ist eine Untersuchung für Frauen, bei denen bisher kein Brustkrebs diagnostiziert wurde. Das bedeutet aber keinesfalls, dass ausgerechnet Brustkrebs-Patientinnen keine Mammographie erhalten. Wenn deren Arzt eine Mammographie für erforderlich hält, wird er diese veranlassen, und die Kosten werden von der Krankenversicherung übernommen.
Zukünftig werden alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren schriftlich zur Teilnahme eingeladen, und zwar alle zwei Jahre. Jede eingeladene Frau entscheidet dann selbst, ob sie der Einladung folgt oder nicht.
TIPP: Wenn Sie auf ein solches Schreiben nicht warten, sondern selbst aktiv werden möchten, dann setzen Sie sich bitte mit Ihrer Krankenversicherung in Verbindung.