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Neue Studie bestätigt: Darmspiegelung schützt vor Krebs

Dickdarmkrebs und seine fortgeschrittenen Vorstufen treten nach einer ersten Darmspiegelung deutlich seltener auf

Heidelberg, 13.01.10 - Dickdarmkrebs und seine Vorstufen, die so genannten Schleimhautpolypen, lassen sich mithilfe der Darmspiegelung (Koloskopie) sicher erkennen. Schleimhautpolypen können noch während dieser Untesuchung entfernt werden und sich damit nicht mehr zu Darmkrebs weitereintwickeln. Die Koloskopie ist also gewissermaßen Krebsfrüherkennungsuntersuchung und Vorsorgebehandlung zugleich.

Dass eine vorangegangene Darmspiegelung und die damit verbundene Entfernung von Schleimhautpolypen tatsächlich vor Darmkrebs schützen kann, haben kürzlich Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg nachgewiesen.

Senkung des Risikos vor allem im absteigenden Arm des Dickdarms
Teilnehmer der im Saarland durchgeführten Studie waren mehr als 3.000 Frauen und Männer jenseits des 55. Lebensjahres. Bei Personen, die sich innerhalb der letzten zehn Jahre einer ersten Darmspiegelung unterzogen hatten, wurden bei einer erneuten derartigen Untersuchung weniger fortgeschrittene Schleimhautpolypen und bösartige Tumoren gefunden als bei Personen ohne vorangegangene Darmspiegelung (6,1 Prozent gegenüber 11,4 Prozent).

Eine eingehendere Analyse der Daten zeigte, dass sich der Vorteil durch die vorangegangene Darmspiegelung offenbar im wesentlichen auf den linken (absteigenden) Teil des Dickdarms sowie den Enddarm beschränkt. Bereits eine frühere Untersuchung aus Kanada war zu einem ähnlichen Schluss gekommen: Dort konnte durch die Darmspiegelung das Risiko, an linksseitigem Dickdarmkrebs zu sterben, um zwei Drittel gesenkt werden.

„Kleine“ Darmspiegelung sinnvoll?
Nach Ansicht der Forscher aus Heidelberg unterstreicht die aktuelle Studie das große Potenzial der Darmspiegelung für die Vorbeugung von Darmkrebs. Auf eine solche Koloskopie haben alle gesetzlich Krankenversicherten über 55 Jahre Anspruch. Da offenbar vor allem der linke Abschnitt des Dickdarms einschließlich des Enddarms besonders gut zugänglich für eine Spiegelung seien, regen die Forscher an, auch die „kleine“ Darmspiegelung, die so genannte Sigmoidoskopie, als Früherkennungsuntersuchung anzubieten. Hierbei werden nur der Enddarm und die unmittelbar darüber liegenden Abschnitte (30 bis 40 cm) des Dickdarms gespiegelt.

Die Sigmoidoskopie wird von den Patienten meist als angenehmer empfunden als die vollständige Darmspiegelung, unter anderem, weil für sie keine komplette Darmentleerung notwendig ist. Möglicherweise, so die Überlegung der Forscher, könnten sich mehr Menschen zu einer Teilnahme an der Sigmoidoskopie entschließen als zur Teilnahme an der Koloskopie. Dadurch könnten insgesamt vermutlich noch deutlich mehr Darmkrebsfälle vermieden werden als bisher.


Quellen:
Brenner, H. et al.: Protection From Right- and Left-Sided Colorectal Neoplasms After Colonoscopy: Population-Based Study. J Natl Cancer Inst, Onlinevorabveröffentlichung 30. Dezember 2009, doi:10.1093/jnci/djp436
Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg vom 4. Januar 2009
Annals of Internal Medicine 2009,150(1):1-8

Neue Studie bestätigt: Darmspiegelung schützt vor Krebs