Dr. Renate Uhle - Dr. Gerd Müller
Dr. Hendrik Kröning - PD Dr. Kathleen Jentsch-Ullrich

Krebs der Vorsteherdrüse liegt in der Familie

Erstmals gibt es Zahlen zum familiären Risiko

03.05.2010 - Männer, in deren Familie Prostatakrebs aufgetreten ist, tragen selber ein höheres Risiko daran zu erkranken. Allerdings ließ sich diese Gefahr bisher nicht quantifizieren. Denn dazu fehlten genaue Zahlen. Diese Arbeit haben sich jetzt Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums gemacht.

Die Untersuchung umfasste Daten von 26.651 Prostatakrebspatienten, 5.623 Männer kamen dabei aus Familien mit bereits aufgetretenen Tumoren der Vorsteherdrüse. Die Studie um Kari Hemminki stammt aus dem schwedischen nationalen Familien-Krebsregister. Zurückgreifen konnten die Forscher auf 11,8 Millionen Personen. Mit dem Krebsregister ist ein Mehrgenerationenregister verknüpft. Damit lassen sich auch Krebsfälle unter Geschwistern und Eltern der Patienten nachverfolgen.

Wie hoch ist das Risiko des Einzelnen für Prostatakrebs?
Je mehr direkte Angehörige eines Mannes betroffen sind, desto mehr steigt  das persönliche Risiko ebenfalls an Prostatakrebs zu erkranken. Auch das Alter spielt eine gewichtige Rolle. Je jünger die Angehörigen bei der Diagnose waren, desto mehr erhöht sich das persönliche Risiko. Die Forscher gaben dazu einige Rechenbeispiele: Männer mit drei betroffenen Brüdern tragen ein 23-mal größeres Risiko als Männer ohne betroffene Angehörige. War der Vater allein betroffen, schnellt das Risiko der Söhne auf das 1,8-Fache.

Quellen: Deutsches Krebsforschungszentrum

Krebs der Vorsteherdrüse liegt in der Familie