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Blasenkrebs-Risiko drastisch gestiegen

Blasenschädliches neues Zigarettendesign

5. Februar 2010 - Blasenkrebs wird oft durch Rauchen verursacht, das ist bekannt. Neu dagegen ist, wie drastisch sich das Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken, in den letzten Jahren erhöht hat. Der Vergleichsraum sind die Jahre 1994 bis 2001 zu den Jahren 2001 bis 2004. Lag es bei Rauchern in den 1990er Jahren noch beim dreifachen Wert im Vergleich zu Nichtrauchern, so verfünffachte sich das Blasenkrebs-Risiko Anfang der Jahrtausendwende.

In der Fallkontrollstudie der Forschergruppe um Dr. Dalsu Baris, National Cancer Institute in Bethesda ( J Nat Canc Inst 101, 2009, 1553) verglich man Daten von 2001 bis 2004 von 1170 Patienten mit Blasenkrebs mit 1413 Kontrollpatienten aus Maine, New Hampshire und Vermont. Als Erklärung für die dramatisch gestiegene Rate bietet Baris die geänderte Zusammensetzung der Zigaretten: so stieg die Konzentration des Karzinogens 2-Naphthylamin von 1-22 ng pro Zigarette in den 1960- und 1970er Jahren auf 35 ng im Jahr 1985. 2-Naphthylamin wird neben den Nitrosamiden zu den Auslösern von Blasenkrebs gerechnet.

Doch paradoxerweise lässt auch der niedrigere Nikotingehalt in heutigen Light-Zigaretten die Blase leiden. Um die gleiche Wirkung wie bei stärkeren Zigaretten zu erzielen, inhalieren Raucher wohl öfter und intensiver. Damit setzen sie aber die Blase verstärkt den karzinogenen Stoffen aus. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Rauchen weniger Zigaretten über einen langen Zeitraum ist schädlicher als das Rauchen vieler Zigaretten über einen kürzeren Zeitraum. Aufhören lohnt sich immer!

Quellen: Oxford University Press 2009, Ärztezeitung 18, 2010

Blasenkrebs-Risiko drastisch gestiegen